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The boys are (back) in town: Die Medizinchecks laufen

Seit dem gestrigen Montagmorgen laufen in der Ludwigsburger Rundsporthalle und der Sportklinik Stuttgart die „Medical Checks“ der MHP RIESEN Ludwigsburg. Gemeinsam mit dem bewährten Partner-Trio – Sportklinik Stuttgart, Ärzte am Werk und PraeMedicon – testen die Schwaben ihr Spielerpersonal auf Herz und Nieren.

Es ist soweit: Die MHP RIESEN Ludwigsburg trainieren und schwitzen wieder, die Off-Season ist auch in der Barockstadt endgültig beendet. Während sich bis auf Adam Waleskowski alle Spieler mit deutschem Pass bereits seit einigen Wochen in Ludwigsburg befinden, sind spätestens seit Sonntagabend auch die „Internationals“ zugegen. Und obwohl Jeff Ledbetter, Malcolm Hill, Kelan Martin und Co. noch unter der teilweise ungewohnten Zeitumstellung leiden, geben die Profis seit gestern Morgen Vollgas bei den Medizinchecks. In der Rundsporthalle absolviert das Team zwei Teile des Checks, der dritte Abschnitt erfolgt in Zusammenarbeit mit der Sportklink Stuttgart in Bad Canstatt [mehr dazu im untenstehenden Interview].

Während die endgültigen Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Untersuchungen zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht vollumfassend ausgewertet sind, steigt am Abend das erste Mannschaftstraining. Im Wochenverlauf wird die Intensität weiter gesteigert – und findet ihren vorläufigen Höhepunkt im Testspiel in Straßburg (Freitag, 16:00 Uhr). Der Blick auf die Social Media-Kanäle könnte sich in den kommenden Tagen und Wochen also durchaus lohnen.

Vorab sorgt aber bereits Sascha Weininger, Osteopath und Physiotherapeut von Team-Partner PraeMedicon, für einen anderweitigen Einblick. Im Interview verrät er, was bei den Medizinchecks untersucht wird und wo die Unterschiede zwischen in Europa und in Nordamerika ausgebildeten Spielern liegen.

Der Medical Check untergliedert sich in drei Abschnitte, was wird in diesen genau untersucht?

Benni [Pantoudis] und ich begutachten die Jungs unter athletischen Gesichtspunkten, machen Beweglichkeitstests für die komplette Wirbelsäule, für die Schultern und die untere Extremität und schauen, ob es da irgendwelche Dysbalancen oder Einschränkungen gibt, die man individuell aufarbeiten muss. Dann kommen verschiedene koordinative Tests hinzu, bei welchen wir nach der statischen Kontrolle von unterer und oberer Extremität schauen. Zum Schluss kommen dann Sprünge mit dazu, bei welchen wir so ein bisschen die dynamische Kontrolle der Spieler checken. Insgesamt schauen wir, ob es irgendwo eine Dysbalance gibt, die auf eine Verletzungsgefährdung rückschließen lässt. Damit wir das mit individuellem Training ausgleichen können. Parallel dazu machen die Jungs noch eine Laufanalyse bei PUDEL, bei der geschaut wird, ob es irgendwelche Abweichungen gibt, ob das Becken instabil ist, ob sie mit dem Fuß wegknicken. Damit wird quasi doppelt überprüft, ob das, was wir in den Test herausfinden sich auch in diesem Bereich bestätigt. Dort wird dann teilweise auch passiv mit Braces und Einlagen nachgeholfen.

Bei den Ärzten hier in der Halle, im alten Media-Room, gibt es die klassisch internistische Untersuchung, bei welcher das Herz-Kreislauf-System untersucht wird. Am Herz wird da unter anderem ein Ultraschall gemacht und auf dem Fahrrad ein EKG angefertigt.      

Bei den Ärzten in der Sportklinik wird die ganze orthopädische Geschichte abgeleuchtet, sei es, um zurückliegende Verletzungen zu betrachten und zu schauen, ob diese für die aktuelle Saison noch relevant sind – und ob ansonsten alles in Ordnung ist.

Ist das ein bewährtes Konzept, welches Jahr für Jahr das Gleiche ist – also hat David jetzt zum achten Mal den identischen Test gemacht? Oder wie passt ihr das Ganze mit den Erfahrungen der vergangenen Jahre an?

(lacht) Die Test sind tatsächlich jedes Jahr gleich. Von der Berufsgenossenschaft gibt es hierfür ein vorgegebenes Testprotokoll inklusive entsprechender Normwerte, welche von Seiten der BG für Profi-Sportler festgelegt sind. Daran orientieren wir uns. Aktuell ist es jetzt die dritte Saison, in welcher wir diese Tests machen, inzwischen können wir uns also an den Werten der vergangenen Jahre orientieren.

Gibt es generelle Rückschlüsse aus diesen Tests?

Das Ergebnis kann bei den Spielern ein Hinweis darauf sein, dass man am Becken etwas auftrainieren muss oder dass Benni ein bisschen mehr Streching mit den Jungs machen muss. Erfahrungsgemäß müssen hierbei die US-Amerikaner die sogenannte hintere Kette mehr stretchen, gerade in Richtung Oberschenkel-Rückseite und Gesäßmuskulatur. Die Jungs sind oft in der Hüfte ziemlich unbeweglich. Meine Vermutung ist, dass sie am College nicht so einen großen Wert auf Flexibilität und Beweglichkeit legen. Gerade bei Johns Spielstil ist das aber sehr wichtig – er legt ja einen großen Wert auf Defense. Die Jungs müssen also sehr, sehr beweglich sein. Und wenn sie nicht in eine tiefe Squad-Position reinkommen, müssen wir da natürlich dran arbeiten. Denn sonst heißt es nachher, dass sie nicht richtig verteidigen können und wir deshalb, im übertragenen Sinne, die Spiele verlieren.

War das in den letzten Jahren schon so und hat sich mehr und mehr bestätigt?

 Es war zumindest so, dass wenn ein Spieler im Test auffällig war, er auch während der Saison ein paar Probleme bekommen hat. Nicht unbedingt in Bezug auf Verletzungen, aber das man einfach gemerkt hat, dass er in der Verteidigung nicht alle Positionen einnehmen kann. Im Endeffekt ist es dann unsere Aufgabe, dass die Jungs auf trainiert werden.

Dieser Punkt ist jetzt der etwas negativere Vergleichsaspekt. In welchen Dingen sind die US-Amerikaner denn durchschnittlich deutlich besser?

Vor allem bei den Sprüngen sind sie besser. Warum das so ist, kann ich aber nicht wirklich sagen. Vielleicht wird da im College-Programm mehr auf Schnell- und Reaktivkraft geachtet.  

Über PraeMedicon

Seit 2016 ist PraeMedicon (Institut für Haltungs- und Bewegungsanalyse) Partner der MHP RIESEN Ludwigsburg. Das Unternehmen hat an seinem Hauptsitz in Freiberg am Neckar den Schwerpunkt auf die professionelle Laufanalyse und das Bikefitting gelegt. Innerhalb der Ludwigsburger Stadtgrenzen liegt der Fokus an den Standorten im Kolb Areal und auf der Hartenecker Höhe dagegen auf der Physiotherapie.

Weitere Infos gibt es unter: http://www.praemedicon.de und http://www.praemedicon-physio.de oder via Facebook und Instagram.

 

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