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Ludwigsburg verliert Nerven, Spiel und Playoff-Chance

Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben am 33. Spieltag eine äußerst bittere 80:86-Niederlage kassiert und damit ihre letzte Chance auf die Teilnahme an der Postseason verspielt: Die Mannschaft von Headcoach John Patrick fand im Auswärtsspiel in Göttingen erst nach der Pause ins Spiel – und konnte die Partie nicht mehr wenden.

 

Im wichtigen Auswärtsspiel in der stimmunsgvollen Göttinger Sparkassen-Arena legten die MHP RIESEN einen verhaltenenen Start aufs Parkett: Über knapp zwei Minuten blieben sie ohne eigenen Korberfolg ehe Adam Waleskowski aus der 6,75-Meter-Distanz einnetze. Die Hausherren starteten derweil besser in die Partie und erspielten sich aufgrund einer höheren Trefferquote zahlreiche Vorteile (11:5, 4. Spielminute). Dennoch konnten sich die Schützlinge von Headcoach John Patrick ins Spiel arbeiten – und das Geschehen beim befreit aufspielenden Tabellenvierzehnten weitestgehend ausgeglichen gestalten. Da zudem vermehrt defensive Stops gelangen, lagen die Gäste in Niedersachsen nach zehn Minuten zwar zurück, waren nun aber in Schlagdistanz (25:19, 10.).

Auffällig wurde spätestens zum Beginn des zweiten Viertels, dass die Göttinger die Ludwigsburger Stärken gut aus dem Spiel nahmen und unter anderem Marcos Knight erfolgreich entnervten. Der US-Amerikaner kam mit dieser Gangart und der Linie der Schiedsrichter überhaupt nicht klar – und hatte bereits in der 13. Spielminute vier persönliche Fouls. Die Niedersachsen nutzten ihre Leistung und die daraus resultierende Stimmung, um sich bis auf 12 Zähler abzusetzen (33:21). Nach einer Patrick-Auszeit sorgte Lamont Jones zwar binnen kürzester Zeit dafür, dass das Defizit halbiert werden konnte, doch Derek Willis fand erfolgreich die gesuchten Antworten und verdeutlichte den unbedingten Siegeswillen, welchen die „Veilchen“ an den Tag legten und damit den MHP RIESEN erfolgreich den Zahn zogen. Patrick versuchte auf den gebrauchten Tag mit wechselnden Line-Ups zu reagieren, doch Michael Stockton, Derek Willis und Co. agierten im Rausch, dominierten Halbzeit eins und waren nur durch das Ertönen der Halbzeit-Sirene zu bremsen (50:32, 20.).

Ludwigsburg lässt alles auf dem Parkett

Nach dem Gang in die Kabinen, der sich aufgrund technischer Probleme um einige Minuten verlängerte, kam Ludwigsburg zwar zurück auf das Parkett, verlor alsbald aber Adam Waleskowski, der mit unsportlichem und technischem Foul aus der Halle flog. Trotz aller Unwägbarkeiten steckten die Schwaben nicht auf, legten eine kleine Energieleistung auf das Parkett und hielten ihre letzte verbliebene Siegchance hierdurch am Leben. Allen voran Knight übernahm nun viel Verantwortung, war überhaupt nicht zu bremsen und riss seine Mannschaft mit. Die Gäste waren nun kämpferisch voll da und zeigte die Leistung, welche nötig war, um Göttingen Paroli bieten zu können (60:51, 28.). Sie mussten aber noch der ersten Halbzeit Tribut zollen und konnten nicht für den Turnaorund sorgen (66:58, 30.).

Auch im vierten Viertel ließen sie ihr Herz auf dem Parkett, hatten nun aber weniger (Wurf-)Glück. Anstatt bis auf drei Zähler zu verkürzen, mussten sie bis auf neun Punkte abreißen lassen – doch blieben, obwohl die Veilchen immer wieder Nadelstiche setzen konnten, im Spiel. Erst nachdem die Hausherren mehrfach in Folge zum Korberfolg gekommen waren und Willis auf 78:69 gestellt hatten, schien die Partie entschieden. Ludwigsburg fand die bitter nötigen Antworten und verkürzte abermals bis auf sechs Zähler (83:77, 39.). Doch es reichte nicht: Göttingen zwang die MHP RIESEN erfolgreich in die Knie.

Trotz der maximal bitteren 80:86-Niederlage gilt es auf Seiten der Gäste noch einen Akteur etwas hervorzuheben: Der 17-jährige Johannes Patrick feierte in der Schlussphase der Partie sein Debüt in der easyCredit Basketball Bundesliga.   

Statements und Stats

John Patrick: „Ich möchte Johan und Göttingen gratulieren. Sie haben uns in der ersten Halbzeit dominiert, wir waren mit zwanzig Punkten hinten. In der zweiten Halbzeit waren wir viel besser, es war ein spannendes Spiel. Wir haben Göttingen aber den entscheidenden Offensiv-Rebound leider gegeben, Dennis Kramer hat den Dagger getroffen. Wir hatten heute Probleme Michael Stockton zu kontrollieren. Doch auch wenn wir in der zweiten Halbzeit alles gegeben haben, waren wir nicht diszipliniert genug, um heute eine gute Göttinger Mannschaft zu bezwingen.“ 

Johan Roijakkers: „Danke für die Glückwünsche, JP. Ich bin natürlich sehr zufrieden mit dem Auftreten meiner Mannschaft. Wir haben heute die Basis für den Sieg in Halbzeit eins gelegt. Am Ende haben wir die Big Plays gemacht, Stops generiert und ein paar schöne Offensiv-Aktionen gezeigt. Wir wollten die Spielzeit hier zuhause mit Style beenden – und haben das wie erhofft geschafft.“

Für Göttingen spielten: Michael Stockton 21/7 Assists, Derek Willis 21, Pendarvis Williams 10, Darius Carter 6, Mihajlo Andric 6, Stephan Haukohl 6, Dennis Kramer 5, Dominic Lockhart 5, Mathis Mönninghoff 3, Joanic Grüttner Bacoul 3, Jacob Albrecht und Lennard Larysz.

Für Ludwigsburg spielten: Marcos Knight 24 Punkte/6 Assists/4 Rebounds, Owen Klassen 15/10 Rebounds, Lamont Jones 13/7 Assists, Adam Waleskowski 8,  Aaron Best 6, Donatas Sabeckis 6, David McCray 6, Konstantin Klein 2, Karim Jallow, Christian von Fintel, Quirin Emanga Noupoue und Johannes Patrick.

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